Konzept KULTURHAUS Serrahn

1. Konzept

1.1 Worum geht’s?

Das Gewerkschaftshaus am Serrahn wurde neben seines eigentlichen Zwecks – der Gewerkschaftsarbeit – für eine Vielzahl weiterer Aktivitäten genutzt:
Konzerte, Lesungen, Familienfeiern, Filmvorführungen, politische Diskussionen, etc. Dieses Angebot soll erhalten und zukünftig ausgebaut und erweitert werden. Darüber hinaus wollen wir, dass der Serrahn zu einem Ort der Begegnung wird, an dem sich Kreativität bündelt. Ein Ort, wo sich Menschen mit dem Heute und Morgen auseinandersetzen und neue Projekte initiieren und realisieren. Kurzum ein Ort, an dem Ideen zu Handlungen werden, welche Mehrwert, als auch Gemeinwohl stiften.
Um Ideen zu realisieren braucht es Menschen, Räume und Mittel und eine Plattform, die diese miteinander verknüpft.
Kern dieses Konzeptes ist es, diese Verknüpfung zu ermöglichen und Synergien zu fördern.

1.2 Wie soll das geschehen?

Alles beginnt mit einer Idee. Diese Idee braucht ein Forum, eine Plattform auf der man diese Idee vorstellen kann. Auf der Plattform trifft man Menschen, die sich für die Idee begeistern. Letztendlich braucht man noch Räume und Mittel, um diese zu realisieren. Infolge ein paar Beispiele, die dies verdeutlichen:

Beispiel 1

Jemand hat die Idee, einen Dokumentationsfilmabend zu veranstalten. Wir stellen uns einmal vor, dass der Ideengeber im Internetforum des Vereins ein neues Projekt – einen sogenannten Container – eröffnet. Er gibt dem Container den Namen „Doku-Filmabend“ und beschreibt seine Idee. Nun stellen wir uns vor, dass andere Forumsbesucher auch daran interessiert sind und dieses Projekt unterstützen wollen. Schon hat sich die erste Gruppe gebildet, die sich um einen Filmraum im Serrahn bemüht, das Programm festlegt und die hierfür nötigen Mittel organisiert. Dann kann der Container geschlossen werden, der Filmabend wird zu einem Programmpunkt des Veranstaltungskalenders im Serrahn.

Beispiel 2

Ein Anwohner stört sich an der fehlenden Begrünung seiner Straße und hat den Wunsch dies zu ändern. Hierfür sucht er Mitstreiter, die diese Idee aufgreifen und mit ihm gemeinsam Hand anlegen. Er eröffnet auf der Website einen Container mit dem Titel „Grüne Brookstrasse“, er beschreibt das Projekt und schlägt ein erstes Treffen in den Räumlichkeiten des Serrahns vor. Über die Website können sich Anwohner anmelden. Ab einer bestimmten Anzahl von Mitstreitern wird hierfür ein Tisch oder gar ein Saal reserviert.

Beispiel 3

Ein Mitglied hat den Wunsch mehr über Gentechnik zu erfahren. Er öffnet einen Container, nennt diesen „Gentech-Talk“ und sucht Gleichgesinnte. Diese finden sich zusammen, suchen Experten und buchen einen Konferenzraum im Serrahn.

Beispiel 4

Ein Verein möchte sich mit anderen Vereinen über das Thema „Erfahrung mit Sportförderung“ unterhalten, dann öffnet dieser einen Container und nennt ihn Stammtisch Sportvereine. Diese können sich dann einen Konferenzraum buchen und zusammenkommen.

Beispiel 5

Ein Dauermieter, wie zum Beispiel der Ewerverein, hat einen Container „Vereinstreffen“ angelegt. Dieser ist regulär für einen bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit vorgebucht. Nun steht die Jahreshauptversammlung an und es wird mehr Platz benötigt, dann kann der Container in den Saal verschoben werden und der ursprüngliche Raum wird für andere Nutzer frei.
Alle diese Beispiele folgen der gleichen Struktur und es werden immer die gleichen Faktoren zusammengebracht:
Ideen brauchen Menschen, Räume und Mittel, um daraus Handlungen werden zu lassen.

2. Die Faktoren

Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt die oben erwähnten Faktoren zusammenzuführen. Die daraus resultierenden Handlungen können zum einen eine Veranstaltung im Kulturhaus sein, aber auch – und das macht es besonders – jedes andere Vorhaben zum Wohle des Stadtteils und seiner Einwohner. Damit bekommt das Haus eine Bedeutung die weit in das Leben der Menschen im Osten Hamburgs hinein wirkt. Das Haus beschränkt sich damit nicht auf sich selbst.

2.1 Ideen, woher kommen sie?

Jeder kann Ideen beisteuern. Dabei ist zunächst nur wichtig, dass diese ein Forum finden. Durch das erstellen eines Containers werden sie geteilt und haben die Chance auf Verwirklichung.

2.2 Menschen, wie finden sie zueinander?

Das kann durch reale Begegnung im Haus am Serrahn geschehen oder aber auf der Internetplattform des Vereins. Jeder kann auf der Internetplattform des Vereins einen Container erzeugen und braucht dafür nicht mehr als eine Idee und deren Beschreibung. Er meldet sich im Forum an und los geht es. Man kann Container erzeugen oder sich an den Containern anderer beteiligen. Dafür muss man kein Vereinsmitglied sein. Für Menschen die sich keinen eigenen PC leisten können soll ein PC im Haus am Serrahn zur Verfügung stehen.

2.3 Räume, welche sind gemeint?

Zunächst sind damit die Räumlichkeiten des Kulturhauses am Serrahn gemeint. Wir stellen uns vor, dass dort neben einer Kleinkunstbühne mit Kinoequipment, auch Konferenzräume, einige feste Büros und zusätzlich ein paar Co-Working-Spaces einen Platz finden. Wir gehen davon aus, dass dieses Konzept auf Wachstum ausgelegt ist und sich bei Bedarf durch Flächen erweitern lässt, die an einem beliebigen Ort im Stadtteil sein können. Voraussetzung hierfür ist, dass sich genügend Menschen engagieren und diese Räume zweckdienlich sind. So wäre die Einrichtung einer Holzwerkstatt oder ein FabLab oder aber Grillplätze, etc. denkbar. Ein ganz wichtiger Raum wird auch die zukünftige Gastronomielösung, als Ort der zwanglosen Begegnung sein.

2.4 Mittel, was meint das?

Um Ideen zu realisieren, werden verschiedene Mittel benötigt. Neben finanziellen Mitteln können das auch konkrete Dinge sein:
Schraubenzieher, Büromaterial, Bühnentechnik, bis hin zu noch nicht weiter vorstellbaren Werkzeugen. Diese werden immer in Abhängigkeit zum geplanten Vorhaben gebraucht. Einen Teil der benötigten Mittel wird das Haus vorhalten können, etwa Flipcharts, Beamer, Tische und Stühle. Das was darüber hinaus fehlt, muss anderweitig beschafft werden. Um das zu erleichtern streben wir die Einrichtung eines „Stadtteilmagazins“ an.

2.4.1 „Stadtteilmagazin“

Das „Stadtteilmagazin“ soll in Form eines Online-Verzeichnisses realisiert werden. Dort können die unterschiedlichen Mittel erfasst werden. Zum einen verfügt das Haus selbst über Inventar, zum anderen können aber auch Mitglieder Dinge zur Verfügung stellen. Als Beispiel dient eine Leiter, die kostenfrei bei Herrn Mustermann auszuleihen ist. Es kann aber auch sein, dass ein Verein eine mobile Bühne bereitstellt und ein anderer Verein mit Plakatwänden helfen kann. All das soll auf der Webplattform des Vereins zugänglich gemacht werden.

2.4.2 Geld

Viele Projekte brauchen Geld zu ihrer Realisierung, hier sollen die Container helfen Unterstützung zu finden. So wäre zum Beispiel denkbar, dass der Wunsch besteht, einen bestimmten Künstler im Stadtteil live zu erleben. Über einen Container können Unterstützer gesucht werden, bis die Summe aufgebracht werden kann. Da im Vorweg die Finanzierung geklärt wäre ließen sich einfacher namhafte Künstler engagieren.

2.5 Die Plattform

Erst die Kombination der einzelnen Faktoren führt zu Handlungen. Dafür bedarf es einer Plattform. Diese soll hauptsächlich im Internet beheimatet sein. Auf der Website des Vereins sollen Ideen zu Handlungen werden. Dabei bildet die Website einen zentralen Zugang zu verschiedenen Ressourcen und wird so zu einem wichtigen Werkzeug kreativer Kräfte im Stadtteil. Das Haus als physische Plattform wird zu einem von vielen Werkzeugen, im Werkzeugkasten des Stadtteils. Natürlich kann man sich auch klassisch dem Haus und seinen Angeboten nähern, der volle Funktionsumfang wird sich aber erst im Web erschließen.

2.6 Handlungen

Alles, was ein Einzelner nicht allein zu schaffen glaubt, hat die Chance zur Verwirklichung. Denn Ideen werden nicht nur gedacht, sie werden geäußert und können mit der Hilfe anderer zu Taten werden. Sicher werden auch viele Ideen nie umgesetzt werden, aber sie werden – so utopisch sie vielleicht auch manchmal sein mögen – dazu führen, dass Menschen miteinander reden, kreativ werden und arbeiten. Die Lebendigkeit und die Lebensqualität Bergedorfs werden nicht nur durch die Ergebnisse, sondern schon durch den Prozess positiv beeinflusst. Denn alle Menschen, die sich an diesem Prozess beteiligen, werden ihr Umfeld als gestaltbar erleben und dadurch glücklicher sein. Damit wird das Haus am Serrahn mehr als ein Ort der Unterhaltung und des politischen Diskurses. Es wird zu einem Ort an dem partizipative Gestaltungskraft erlebbar wird. Die Plattform ist ein Initialzünder gegenseitiger Unterstützung und Geburtsstätte von Innovationen. Denn um etwas zu verändern braucht man zunächst nur eine Idee und kann durch das Erstellen eines Containers diese teilen und Unterstützung erfahren. Dabei ist es letztlich unerheblich, ob jemand nur eine Bohrmaschine benötigt, um ein Bild aufzuhängen oder aber versucht ein ökologisches Problem zu lösen. Diese Erfahrung kann auch dazu führen, dass Menschen sich wieder stärker am politischen Meinungsbildungsprozess beteiligen.

2.7 Konsequenzen

Der Name „Kulturhaus Serrahn“ erscheint für dieses Vorhaben irreführend, da damit eher ein Ort für Veranstaltungen aus Musik, Schauspiel oder Kunst assoziiert wird. Solche Veranstaltungen werden sicher ein ergänzender und attraktiver Teil des Hausangebotes sein, sind aber nicht die elementare Kernleistung. Der Name muss dem zukünftigen Profil gerecht werden und die Modularität des Hauses und des Angebots erkennen lassen.

2.8 Das inhaltliche Programm

Das Programm soll vielfältig werden und kann nur begrenzt vorherbestimmt werden, da es sich aus den Impulsen der Plattform-Nutzer ergibt. Sicher ist aber, dass es einen Rahmen geben muss, in dem sich das Programm bewegt. Zudem muss es im Streitfalle eine Entscheidungsinstanz geben.

2.8.1 Inhaltlicher Rahmen

An die historischen Wurzeln des Hauses anknüpfend sollten sich die Themen in den Bereichen Arbeit, Soziales, Gesellschaft einordnen lassen. Dabei sollen die im Selbstverständnis des Vereins formulierten Kriterien erfüllt werden.

2.8.2 Kuratorium

Ein gewähltes Kuratorium wird eine grundsätzliche Raumnutzung vorbestimmen. So kann zum Beispiel klar sein, dass zu einer bestimmten Zeit ein Film gezeigt werden soll. Der Raum wird dafür zur Verfügung gestellt, der Container muss aber dafür von außen kommen. Ein Grundprogramm wird vom Kuratorium erstellt, denn es braucht auch ein paar Veranstaltungen die die Säulen des Hauses bilden. Gerade in der Anfangszeit wird es wichtig sein erst mal das Haus zu beleben. Später wird es dann zunehmend von außen mitgestaltet. Es ist auch Aufgabe des Kuratoriums dafür zu sorgen, dass kostenlose Räume für Gruppen zur Verfügung stehen, die zwar im Sinne des Selbstverständnisses agieren, aber nicht die Mittel für Raummieten aufbringen können.

2.8.3 Streitfälle

Sollte es bei Raumnutzungs- oder Mittel- Bedürfnissen zu Uneinigkeit kommen, entscheidet der Vorstand des Vereins.

3. Wirtschaftliche Betrachtungen

3.1 Grundvoraussetzung

Das Haus muss sich wirtschaftlich selbst tragen. Dabei soll weitestgehend auf öffentliche Mittel verzichtet werden, insbesondere wenn diese von anderen kulturellen und sozialen Institutionen im Stadtteil benötigt werden. Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass sich der Druck auf vorhandene Einrichtungen erhöht. Denn wir wünschen uns, dass dieses Vorhaben das Vorhandene ergänzt, unterstützt und erweitert. Es soll sich deshalb wesentlich durch bürgerliches Engagement und durch Eigenmittel finanzieren.

3.2 Die Säulen der Finanzierung

3.2.1 Mitgliedsbeiträge

Die breite Mitgliederbasis soll nicht nur die Miete decken, sondern ist gleichzeitig verlässliche Basis von Informierten und kann somit eine breitere Auslastung von Veranstaltungen ermöglichen und wird zur Initialgruppe für die Webplattform. Da bestimmte Dienstleistungen des Hauses, wie zum Beispiel die Nutzung des „Stadtteilmagazins“ oder der Räume des Kulturhauses eine Mitgliedschaft erzwingen, rechnen wir mit stetem Wachstum. Das erstellen von Containern soll dabei kostenlos bleiben. So können ohne Verwendung von Räumen und Mitteln aus dem „Stadtteilmagazin“ beliebige Projekte angeschoben und diskutiert werden.

3.2.2 Solidaritätsbeiträge politischer Gruppen und Parteien

Diese haben ein Interesse an den Tagungsmöglichkeiten unseres Hauses, zudem glauben wir, dass sie von den Diskussionen auf unserer Plattform profitieren können.

3.2.3 Solidaritätsbeiträge von Vereinen

Vereine können besonders von den Möglichkeiten des „Stadtteilmagazins“ profitieren, wenn sie eigene Veranstaltungen realisieren. Die Nutzung von Containern zur Planung von Vereinsanschaffungen kann Unterstützung von ungewohnter Stelle ermöglichen.

3.2.4 Gastronomieerträge

Darauf wird später näher eingegangen.

3.2.5 Vermietung von Arbeitsmitteln und Räumen

Räume die nicht für Vereinszwecke gebraucht werden können temporär für kommerzielle Zwecke vermietet werden.

3.2.6 Veranstaltungseinnahmen

Die Veranstaltungseinnahmen werden im wesentlichen für die Inhalte von Veranstaltungen verwendet werden. Eventuelle Überschüsse sollen aber dem Haus zu Gute kommen.

3.3 Kommunizierbarkeit

Wesentlich für den Erfolg dieses Vorhabens ist eine gute Kommunizierbarkeit. Diese ist durch die Vielfalt des Angebotes erschwert. Um die Inhalte in ein stimmiges Gesamtbild zu überführen ist es wichtig, eine dem Vorhaben entsprechende formale Klammer zu erzeugen. Dies muss über gestalterische und erzählerische Elemente, wie zum Beispiel Name, Logo oder die Inneneinrichtung geschehen. Alle zu entwickelnden Inhalte und Angebote müssen unter dieser Klammer stattfinden und auf das Profil des Hauses einwirken.

3.3.1 Der Name

Der Name des Hauses und auch der dazugehörigen Webplattform ist das erste und plakativste Merkmal des Hauses. Aus ihm heraus ergeben sich gestalterische Maßnahmen für Logo, Webauftritt, Sprache, Inneneinrichtung des Hauses, sowie die Ausgestaltung des Gastronomiekonzeptes. Somit ist als erstes festzulegen welche Inhalte der Name repräsentieren muss.

3.3.2 Historie

Es ist sinnvoll, konzeptionell an der ursprünglichen Nutzung des Ortes für Arbeit, Soziales, Gesellschaftliches und Kulturelles anzuknüpfen. Dies verstärkt die Identifikation, weil die Vergangenheit bereits auf das zukünftige Profil des Vorhabens einwirkt. Zudem kann die Identifikation erleichtert werden, wenn der Name die Verortung im Hafen berücksichtigt.

3.3.3 Das Anforderungsprofil des Namens

Der Name muss die Modularität des Hauses zum Ausdruck bringen. Außerdem muss er das Versprechen, innovativ zu sein, transportieren. Idealerweise wird der Name assoziativ Angebote aus dem Bereich Arbeit, Soziales, Gesellschaft und Kultur stützen. Der Name sollte modern sein, um auch jungen Menschen den Zugang zu erleichtern. Zudem muss er sich als Ort der Entstehung und des Miteinanders bewähren. Letztlich muss der Name und auch das Vorhaben Werte wie Offenheit, Diskussionsfreude, Tatkraft, Gestaltungswillen und Optimismus transportieren. Das Vorhaben muss deshalb modern, flexibel, frisch, freudvoll und neugierig machend sein.

3.4 Gastronomie als Erkennungszeichen

Es mag sein, dass für viele der Erstkontakt zum Haus und seinen Angeboten über die Gastronomie erfolgt. Das erzwingt, dass die Gastronomie den gleichen Anforderungen unterliegt wie der Name. Denn die Gastronomie ist Teil des gelebten Miteinanders. Und sie muss ganz klar die gelebten Werte stützen.

3.4.1 Das Anforderungsprofil der Gastronomie

Speisen und Getränke werden einen wesentlichen Teil zur Finanzierung des Hauses beitragen. Die Gastronomie kann aber nicht allein der Einkehr und Muße dienen. Es wird ein lebhafter Ort, denn es soll ein offener Ort der Zusammenkunft sein. Ein Ort an dem Menschen sich für gemeinsames Essen, Besprechen und Arbeiten treffen. Neben dem Stillen von Grundbedürfnissen, wie Hunger und Durst, soll es möglich sein Veranstaltungen, wie Konzerte oder Lesungen durchzuführen. Die Konsequenz ist, dass die Gastronomie ähnlich flexibel sein muss wie das Haus. Ein klassisches Gastronomieangebot mit fester Möblierung und Bedienungsservice scheint dafür zu statisch, denn die zukünftige Gastronomielösung gestaltet aktiv eine InBetween-Situation: Man isst und arbeitet zur selben Zeit oder das Arbeiten geht in das Essen über.

3.4.2 Inneneinrichtung der Gastronomie

Einerseits gemütlich, andererseits aber auch flexibel und arbeitstauglich – so muss die Einrichtung sein. Sitzelemente sollten beliebig gruppierbar und stapelfähig sein, um den Raum für Größeres frei zu machen. Die Gastronomie wird somit keinen Kaffeehaus- oder Restaurant-Charakter haben.

3.4.3 Außenbereich

Der Außenbereich der beiden Häuser soll die Gastronomiefläche erweitern.

3.4.4 Die Versorgung

Inspiriert durch das Haus 73 auf dem Schulterblatt ist nun die Idee entstanden einen „Kiosk“ ins Haus zu bauen, dessen Angebot sich an modernen Convenience-Stores orientiert. Es wird also neben Getränken, Süßwaren und internationaler Presse ein kleines Bistro geben. Diese Umsetzung befriedigt alle Bedürfnisse nach Versorgung und bietet beste Rendite bei minimalem Personaleinsatz.
Zudem ist eine Öffnung des Stores nach Außen vorgesehen, so dass auch eine Nahversorgung, des hoffentlich irgendwann neugestalteten Bergedorfer Hafens erfolgen kann.

3.4.5 Öffnungszeiten

Die Gastronomie muss von morgens bis abends geöffnet sein, denn sie soll auch zum Ort der zwanglosen Begegnung werden. Da wir eine ganztägige Nutzung der übrigen Räume anstreben, bedarf es auch einer ganztägigen Versorgung. Wir halten Öffnungszeiten von 9:00 – 23:00 für geboten und zwar ganzwöchig. Letztlich wird aber der Bedarf in der Praxis es zeigen.

3.5 Die Klammer oder der Name der Plattform mit seiner Basis im Serrahn

Ideal erscheint uns als Klammer der Begriff Dock. Ein Dock steht für Größe, Neubau, Reparatur, Erweiterung, Zukunft und für das Entstehen schlechthin. Ein Dock ist maritim. Im Dock wird gearbeitet und heute auch gefeiert. Ein Dock kann durch andere Einheiten erweitert werden, indem man andockt. Docks sind auch im Namen erweiterbar in dem man sie durchnummeriert. Letzteres würden wir aufgreifen und den Gebäudekomplex durchnummerieren. Es gibt also nicht einen Namen für alles, sondern ein Namenssystem.
So entsteht am Serrahn nicht das Bergedorfer Docks, sondern Dock 1-3.

3.5.1 Nomenklatur

Das Bürogebäude wäre dann Dock 1. Der Saal im Erdgeschoss des Lagergebäudes Dock 2 und der Saal im ersten Stock Dock 3. Der Store könnte zum Versorgungsdock im Dock 2 werden. Und es erscheint nur folgerichtig an anderen Orten weitere Docks entstehen zu lassen. So könnte eine Holzwerkstatt im Weidensbaumsweg zum Dock 4 werden. Oder ein Ponton auf der Bille wird zum Schwimmdock für Openair-Veranstaltungen. Auch die Verknüpfung des Containerbegriffs mit dem Dock fällt nicht weiter schwer.

3.6 Zielgruppe

Die Angebote des Hauses sollen allen Einwohnern Bergedorfs und Umgebung zu Verfügung stehen. Eine klar definierte Zielgruppe, in Form von Alter, Gesellschaftsschicht oder kulturelle Herkunft, gibt es nicht. Das Haus und die Webplattform sollen generationsübergreifend Anwendung finden. Zwar zeigt sich das diese Idee momentan vornehmlich von einer Generation 40 Plus getragen wird, wir sind aber sicher das der Nutzwert unseres Vorhabens auf Dauer zu einer Verjüngung führen wird. Wir wollen versuchen das Haus und die Webplattform so barrierearm wie möglich zu gestalten, wenn wir auch einschränken müssen, dass die historischen Räumlichkeiten dafür nur einen begrenzten Spielraum lassen. Letztlich wird der Ort, ein Ort für Menschen mit Gestaltungswillen sein und dabei sind andere Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft oder Handicaps unerheblich.

4. Erfolgsaussichten des Vorhabens

4.1 Eingebettet in ein prosperierendes Umfeld

Bergedorf ist der kinderreichste Stadtteil Hamburgs, verfügt über eine Fachhochschule und hat mehr als 120.000 Einwohner. Noch nicht einmal mitgerechnet die vielen Menschen, die sich aus dem Umland kommend, nach Bergedorf orientieren. Schon heute haben wir viele Mitglieder aus Aumühle, Geesthacht, Reinbek, Wentorf, etc. Das zeigt, dass der Bedarf nicht nur lokal besteht. Der Stadtteil wächst, der Bedarf an Kultur und politischem Diskurs damit auch.

4.2 Nutzen

Unser Vorhaben kann zu einem wichtigen Werkzeug werden, dass es Menschen ermöglicht Veränderungen in ihrem Umfeld anzustoßen und gemeinsam umzusetzen. Wir können eine Plattform für Beteiligung und Innovation schaffen und wir sind darauf vorbereitet mit dem Stadtteil und seinen Anforderungen zu wachsen. Das auf allen Ebenen gelebte Miteinander bietet die Chance, im kulturellen, sozialen und politischen Bereich Synergien zu nutzen.


Autoren: Sven Böttcher, Geoffrey Hildbrand und Annette Vollmer
Stand: 13.10.2015, Version 6

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